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Wir stellen Ihnen hier unser Projekt in Kooperation mit dem Bienenprojekt „Bee.Ed“ der Universität Trier im Fachbereich Raum- und Umweltwissenschaften vor.

Zur Unterstützung der regionalen Bienenpopulation haben wir im Frühjahr 2016 unsere Freiflächen auf dem Firmengrundstück in Wildblumenwiesen umgestaltet.
Dafür musste zuerst eine neue Erdschicht aufgeschüttet werden, um die spezielle Saatgutmischung für Bienenweiden auszubringen. Nach der Aussaat führten die starken Regenfälle zu Erosion und Verschwemmung der Samen und einem langsamen Anwuchs. Dennoch ist die Wiese gut angewachsen.

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Die Blumenwiese beginnt zu blühen und die ersten Bienen finden sich bei strahlendem Sonnenschein ein. Die Bienen bestäuben nicht nur die Blumen, sondern dienen gleichzeitig als Lieferant unseres wichtigen Rohstoffes, des Bienenwachses. Dieses ist der Hauptbestandteil unserer OrganiQork Behandlung.

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Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und möchten mit dem Bereitstellen von Freiflächen und dem Begrünen mit bienenfreundlichen Blumen zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen und Bienen und Insekten langfristig ein vielfältiges Nahrungsangebot bieten. Durch eine Spende an den Fachbereich Raum- und Umweltwissenschaften, Biologie und ihr Didaktik, der Universität Trier konnten wir die Weiterführung des Bienenprojektes unterstützen.

Auf Einladung von Frau Prof. Dr. Möller konnten wir uns selbst ein Bild vom Bienenprojekt der Universität Trier machen.

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Daniel Lindner zeigte uns die Bienen im Stock und danach konnten wir unsere Sensorik an verschiedenen Honigen schulen. Die betreuende Doktorandin, Frau Pasch, informierte uns ausführlich über den pädagogischen Aspekt des Projektes. Herzlichen Dank für 2,5 informative Stunden und die leckeren Honigbrote!

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Ein toller Erfolg: Das von uns unterstützte Bienenprojekt Bee.Ed der Universität Trier wurde in Mainz mit dem Landesumweltpreis ausgezeichnet.
Wir freuen uns sehr darüber und gratulieren dem engagierten Team von Frau Prof. Möller!

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Wildblumenwiese im Rahmen unserer Kooperation mit dem Bienenprojekt „Bee.Ed“

blumenwiese bienenprojekt korkindustrie uni trier

Nachdem wir uns im ersten Jahr insbesondere an den schönen großen Sonnenblumen, Borretsch, Leindotter und dem Klatschmohn erfreuen konnten, wachsen nun auch Rainfarn, wilde Möhre, Luzerne, Wiesen-Flockenblume und Natternkopf auf unserer Blumenwiese. So finden die Wild- und Honigbienen ein reichhaltiges Nahrungsangebot bei uns.

Als Fortführung der guten Zusammenarbeit wurde im Frühjahr 2018 von den Studierenden ein Insektenhotel geplant, gebaut und auf unserem Firmengelände aufgestellt.

Nachdem das Insektenhotel, das die Studierenden und Mitarbeiter der Universität Trier, die sich für das Projekt Bee.Ed engagieren, fertig gebaut haben, wurde das sehr professionell gestaltete Insektenhotel angeliefert und auf unserem Grundstück aufgestellt.

Nun sind wir und die engagierten Mitarbeiter der Uni gespannt, wie es angenommen wird.

Neues Treffen im September 2020: Ziel des Termins war ein gegenseitiges Kennenlernen, da Herr Prof. Dr. Gresch seit dem 1. September 2020 das Fach Biologie und ihre Didaktik an der Universität Trier leitet, und in diesem Zusammenhang zukünftig auch für das Projekt Bee.Ed verantwortlich ist.

Dr. Gresch freut sich über die bereits bestehende unkomplizierte Kooperation mit der Korkindustrie. Die Universität Trier hat eine Informationstafel erstellt und herstellen lassen, die in der Nähe des Insektenhotels zur Erklärung aufgestellt wird. Hierfür ist eine Anbringung am Zaunpfahl vor der Tafel geplant.

Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit und sind gespannt, wie es im kommenden Frühjahr weitergeht!

Update November 2020

Honigbienen zu halten ist einleuchtend. Sie bringen immerhin Honig und das für diesen OrganiQork nötige Bienenwachs. Aber eine Wildbienennistmöglichkeit? Ich dachte, die seien „wild“ und leben irgendwo im Boden? Können Wildbienen überhaupt Wachs und Honig produzieren?

Man würde nicht erwarten, dass sich einem diese Fragen auftun, wenn man in der Trierer Korkindustrie zu Gast ist. Doch das große Insektenhotel, eine Infotafel und eine bunt blühende Wiese deuten darauf hin, dass auf dem Außengelände der Korkindustrie mehr zu finden ist, als Parkplätze und eine wöchentlich gemähte Wiese.

Und tatsächlich. Wer sich die Zeit nimmt und die kleinen Besucher auf der Blumenwiese und dem Wildbienenhotel näher betrachtet wird staunen: Man findet eine wahre Vielfalt an Insekten vor. Besonders häufig sind Wildbienen vertreten. Wenige von ihnen können Wachs produzieren und bei keiner Art würde es sich lohnen, den verarbeiteten Nektar zu ernten. Sie haben ganz andere Besonderheiten: Manche von ihnen, wie die Steppenbiene sind nur wenige Millimeter groß, andere hingegen sind richtige Brummer, wie die blaue Holzbiene, die auch die dickste Hummel neidisch werden lässt. Wieder andere ähneln Fliegen, Honigbienen oder Wespen. Wer diese Vielfalt zudem durchs Mikroskop betrachtet, wird eine Welt voller metallisch schillernder Insektenpanzer, flauschiger Haarkleider, gedrungener und zerbrechlicher aber auch robuster und wehrhafter Bienenkörper treffen.

Eine Wildbiene, die einem von März bis Mai sofort ins Auge fallen wird, ist die sogenannte gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta).

Abbildung 1 Osmia cornuta auf bereits verschlossenen Niströhren Foto Stella Falkenberg

Abbildung 1 Osmia cornuta auf bereits verschlossenen Niströhren (Foto: Stella Falkenberg)

Anders als die Honigbienen, lebt diese Bienenart alleine. Das Weibchen sucht sich im Frühsommer eine geeignete Niströhre und baut in dieser mehrere getrennte aufeinanderfolgende Zellen, die alle mit Pollen und Nektar ausgestattet und abschließend mit einem Ei bestückt werden. Der Pollen wird nicht wie bei den Honigbienen an den Beinen, sondern unter dem Bauch an Haarbürsten transportiert. Sobald eine Zelle fertiggestellt ist, wiederholt sich der Vorgang bis die Röhre voll ist und mit einem schönen Erddeckel versiegelt wird. Erst im nächsten Frühling wird dieser Deckel von den schlüpfenden Mauerbienenmännchen geöffnet, die dann ungeduldig auf die später schlüpfenden Weibchen der gleichen Röhre warten. Nach der sich anschließenden Paarung, bei der es äußert „wild“ zugehen und die ebenfalls sehr gut beobachtet werden kann, beginnen die Weibchen erneut mit dem Nestbau. Man kann sich vorstellen, dass die Wildbiene froh ist, wenn sie nicht für jeden Pollenflug einen langen Weg auf sich nehmen muss, sondern in der Nähe ihres Brutplatzes auch ein ausreichendes Nahrungsangebot findet.

Doch nicht nur Mauerbienen, sondern auch Maskenbienen, Blattschneiderbienen, Scherenbienen, Löcherbienen und noch viele weitere finden in diesem menschengemachten Nistplatz Unterschlupf und können das Jahr über beobachtet werden. Auch Wespen, Fliegen und andere Insekten nutzen den Platz um ihre Brut unterzubringen, auf Jagd zu gehen oder die gesammelten Vorräten der anderen mitzubenutzen. Sogar Eidechsen und Vögel können als regelmäßige Gäste beobachtet werden, über die sich die Wildbienen allerdings weniger freuen dürften, als der begeisterte Naturbeobachter.

Abbildung 2 Auch Eidechsen fühlen sich im Hotel wohl Foto Daniel Lindner

Abbildung 2 Auch Eidechsen fühlen sich im Hotel wohl (Foto: Daniel Lindner)

Alleine in Deutschland kommen rund 570 Wildbienenarten vor, die alle Teil dieses Ökosystems sind und allesamt eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben. Einige haben einen langen Speiseplan und benutzen einfach alle Blumen, Bäume und Kräuter als Nahrungsquelle. Andere hingegen sind wahre Gourmets, die sich nur auf eine einzige Pflanze spezialisieren und für diese lebenswichtig sind. So vielfältig die Nahrungsquellen sind, so verschieden sind auch die Nistplätze. Manche Wildbienen sehnen sich nach einem schön trockenen lehmigen Boden, andere eher nach einem richtig alten, morschen Baumstamm und wieder andere wollen den Stängel einer Distel finden, der im Herbst stehengelassen wird. Sie alle haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie werden nicht von Imkern jede Woche umsorgt und gepflegt, sondern sind auf sich alleine gestellt. Daher ist es wichtig, flächendeckend für ein abwechslungsreiches Blütenangebot zu sorgen, und unsere „bereinigte“ Landschaft, zum Beispiel durch Wildbienennistmöglichkeiten, auch für Wildbienen wieder attraktiv zu machen.

Abbildung 3 Wildbiene beim Nektarsaugen Foto Stella Falkenberg

Abbildung 3 Wildbiene beim Nektarsaugen (Foto: Stella Falkenberg)

2017 meldeten Krefelder Forscher (Hallmann et al., 2017) einen besorgniserregenden Rückgang der Insektenmasse. Auch in den Medien war vom Bienensterben und vom Artenschwund die Rede. Der Rückgang der Insekten mag zwar noch lange nicht gestoppt sein, doch immerhin erreicht das Thema inzwischen jeden. Überall bekommen wir Samen für Wildblumenwiesen zugesteckt. Ob im Supermarkt, beim Kauf eines Bio-Tees oder als Werbeartikel im Gartencenter. Etwas für unsere Bienen zu tun, auch wenn es nur das Säen einiger Blumensamen ist, scheint aktuell in Mode zu sein. Und um diese kleinen, oftmals seltenen aber dadurch wichtigen Spezialisten zu unterstützen, kommt eine ruhige Wildblumenwiese gerade richtig: Sie besteht nicht aus Abermillionen Rapsblüten, sondern wird durch ihre Vielfalt, auch der Vielfalt der Bienen und anderen Nutzer gerecht. Wenn dann auch noch zufälligerweise ein sauberer und geschützter Wildbienenstand in der Nähe ist, dann werden sich schon bald wieder viele wichtige Insekten ansiedeln und das Ökosystem an diesem Standpunkt bereichern und stabilisieren.

Autor: Daniel Lindner (Biologiestudent an der Uni Trier und ehemaliger Hochschulgruppenleiter des Bienenprojektes Bee.Ed.)